Hessisches Landesmuseum Darmstadt startet Vorverkauf für Drachen – Mythos und Wirklichkeit

Unsere Sonderausstellung: »Drachen – Mythos und Wirklichkeit« können Sie vom 02. Oktober 2026 bis 17. Januar 2027 besuchen. Drachen beflügeln die Fantasie des Menschen seit Jahrtausenden. Die faszinierenden Fabelwesen gehören zum festen Repertoire großer Geschichten – von antiken Mythen bis zu Serienhighlights unserer Gegenwart. Die interdisziplinäre Ausstellung widmet sich dem Mythos »Drachen« in bislang unerreichtem Umfang.

 Bunter Drache der Ausstellung vom Hessischen Landesmuseum Darmstadt: Drachen – Mythos und Wirklichkeit

Die umfassende Schau beleuchtet Drachen sowohl aus kunsthistorischer als auch naturwissenschaftlicher Perspektive. Sie präsentiert über 170 herausragende europäische und ostasiatische Kunstwerke von der Antike bis zur Gegenwart und zeigt naturwissenschaftliche Exponate wie seltene Dokumente der Wissenschaftsgeschichte, jahrmillionenalte Fossilien und Tierpräparate.

Zu den Werken aus den universalen Sammlungen des Hessischen Landesmuseums Darmstadt gehören grafische Blätter unter anderem von Albrecht Dürer, Rembrandt Harmensz van Rijn und Arnold Böcklin, spätmittelalterliche Glas- und Tafelmalerei, der hochmittelalterliche Drache aus dem Kloster Lorsch sowie der Niedererlenbacher Altar von 1497. Hinzu kommen Nasspräparate von Flugdrachen (Draco volans) und ein fossiler Python.

Ergänzt werden diese Objekte durch zahlreiche internationale Leihgaben. Zu ihnen zählen unter anderem die spätantike Dracostandarte aus Niederbieber – das einzige erhaltene Exemplar ihrer Art aus dem Römischen Reich –, die Handschrift des Alexanderromans aus der Königlichen Bibliothek in Brüssel, der Margareta-Altarflügel von Jan Rombouts aus Löwen, chinesisches Porzellan aus der Ming-Dynastie sowie der Klagenfurter Lindwurmschädel von 1335 und Ulisse Aldrovandis Schrift »Serpentum et draconum historiae«.

Zu den außergewöhnlichen Werken aus dem Museum Schnütgen Köln zählen der 1484 erschienene Reisebericht des Jean de Mandeville, das kostbare Stundenbuch der Jannieke Bollengier, ein Bergkristallkreuz aus dem frühen 14. Jh. aus dem Rheinland sowie Bauskulptur aus dem 12. Jh.

Aus dem Museum für Ostasiatische Kunst werden unter anderem die über 3000 Jahre alten Weingefäße der Chang-Dynastie aus China sowie der faszinierende Jadeanhänger aus dem 6. Jh. v. Chr. aus der Östlichen Zhou-Dynastie präsentiert. Die japanischen und koreanischen Drachen begegnen uns auf dem Stellschirmpaar von Tosa Mitsutsugu, in der Grafik »Drachen in Wellen« von Utagawa Kuniyoshi sowie auf Hängerollen, Spiegeln und Vorratskrügen aus Porzellan.

Die Sonderausstellung ist das Ergebnis einer Kooperation des Hessischen Landesmuseum Darmstadt mit dem Museum Schnütgen und dem Museum für Ostasiatische Kunst, Köln. Ausgangspunkt der Ausstellung sind zentrale Werke aus den drei Sammlungen.

Julia Hillebrand, stellvertretende Direktorin des Hessischen Landesmuseums Darmstadt, sagt: »Die Schau Drachen – Mythos und Wirklichkeit verbindet Kunst, Kulturgeschichte und Naturwissenschaft auf einzigartige Weise. Sie zeigt, wie eng menschliche Vorstellungskraft und wissenschaftliche Neugier miteinander verknüpft sind und wie ein uraltes Motiv bis heute Menschen auf der ganzen Welt begeistert und fasziniert.«

Drachen werden je nach kulturellem Kontext ganz unterschiedliche Eigenschaften zugeschrieben: In den europäischen Kulturen erscheinen sie als bedrohliche Wesen, welche die Charakteristiken von Schlangen und Raubtieren kombinieren. In China, Korea und Japan ist der Drache hingegen mehrheitlich positiv konnotiert und hält als kosmische Kraft die Natur im Gleichgewicht.

Während in der ostasiatischen Mythologie vornehmlich göttliche Himmelsdrachen auftreten, begegnet uns der Drache in der Antike vor allem bei den Heldentaten von Herkules. Das Schreckensbild des feuerspeienden Untiers bildet sich in Europa jedoch erst in der Kunst des Mittelalters heraus. Hier wird der Drache zum Symbol des Bösen, das durch das Gute überwunden wird – wie es sich exemplarisch in der Ikonografie des Drachentöters wiederfindet. Noch bis in die Neuzeit wurden Drachen als real existierende Tiere angesehen, erst mit dem Aufkommen der modernen Naturwissenschaft wandelte sich dieses Bild: Drachen wurden aus der Systematik der Zoologie ausgeschlossen und zu Fabelwesen erklärt. Dennoch erscheinen sie heute durch die aktuelle Fantasy-Kultur, wie z. B. die Romane von J. R. R. Tolkien oder die zahlreichen anderen Bücher, Filme, Comics und Spiele lebendiger als je zuvor.

Drachen sind weit mehr als Fabelwesen: sie erzählen von menschlicher Vorstellungskraft, von kulturellem Austausch und von dem Wunsch, die Welt zu verstehen. Gerade in der Verbindung unterschiedlicher Disziplinen liegt die besondere Stärke dieser Ausstellung. Sie lädt dazu ein, den Drachen als kulturelles Symbol, als Gegenstand wissenschaftlicher Neugier und als Ausdruck menschlicher Fantasie neu zu entdecken.

Ergänzt wird dieses vielfältige Panorama mit digitalen Inhalten, einem Erzählstrang für Kinder, einer Leseecke und Zeichenwand sowie stimmungsvollen Installationen. So können Jung und Alt entdecken, wie viel Wirklichkeit in dem jahrtausendealten Mythos »Drachen« steckt.

Eintrittstickets für die Ausstellung »Drachen – Mythos und Wirklichkeit« sind ab sofort online hier erhältlich.

Anschließend wird die Ausstellung vom 4. März bis 6. Juni 2027 im Museum Schnütgen in Kooperation mit dem Museum für Ostasiatische Kunst in Köln zu sehen sein.

Quelle: Hessisches Landesmuseum Darmstadt

Veröffentlicht am: 07. September 2026