Land setzt bei der Jugend- und Familienministerkonferenz Akzente

Hessen hat bei der Jugend- und Familienministerkonferenz (JFMK) am Freitag in Frankfurt am Main Themen in den Mittelpunkt gerückt, die Menschen in konkreten Lebenssituationen betreffen.

 Familienministerin Diana Stolz bei der Jugend- und Familienministerkonferenz mit weiteren beteiligten Personen

Junge Familien, die Unterstützung brauchen. Alleinerziehende, denen man das Leben leichter machen kann. Und Menschen, die sich alleine fühlen. Die Hessische Familien- und Gesundheitsministerin, Diana Stolz, hat anlässlich der Beschlüsse erklärt: „Bei der Einsamkeit, den Frühen Hilfen und beim Unterhaltsvorschuss geht es um dasselbe: um Menschen, die Unterstützung brauchen, und um einen Staat, der sich kümmert, wenn es notwendig ist.“

Früh hinschauen, bevor Probleme entstehen

Hessen setzte sich für den Beschluss „Für ein gelingendes Aufwachsen“ ein. Die Frühen Hilfen erreichen Familien mit Babys und Kleinkindern genau dann, wenn die Situation neu und manchmal überwältigend ist. Sie stärken elterliche Kompetenzen, erkennen früh, wenn Kinder Entwicklungsrisiken ausgesetzt sind, und helfen, sichere Bindungen zu schaffen als Fundament fürs Leben. Kommunale Präventionsketten verknüpfen diese Arbeit mit Gesundheit, Bildung und Jugendhilfe zu einer gemeinsamen Strategie.

Die JFMK fordert den Bund auf, die die Frühen Hilfen zu stärken, Präventionsketten gezielt zu fördern und den Nationalen Aktionsplan „Neue Chancen für Kinder“ fortzuführen.

„Kein Kind soll Problemen ausgesetzt werden, die Erwachsene frühzeitig hätten erkennen können. Das ist unser aller Verantwortung“, so Stolz.

Unterhaltsvorschuss: Schluss mit dem Behördenmarathon

Hessen hat einen Antrag zum Bürokratieabbau beim Unterhaltsvorschussrecht auf den Weg gebracht. Wer zusätzlich Grundsicherung bezieht, muss aktuell den Unterhaltsvorschuss trotzdem gesondert beantragen, nur um zu erleben, dass er anschließend vollständig angerechnet wird.

„Das sind zu viele Behördengänge in einer ohnehin belastenden Situation, hier können wir für Vereinfachung sorgen.“

Die JFMK hat beschlossen, den Bund aufzufordern, diesen Leerlauf zu beenden, die Kostenauswirkungen transparent darzustellen und die im Koalitionsvertrag vorgesehene hälftige Kindergeldanrechnung dabei einzubeziehen.

Einsamkeit: Niemanden zurücklassen

Hessen hat den Beschluss „Einsamkeit bekämpfen, Zusammenhalt stärken“ initiiert. Rund 19 Prozent der Menschen in Deutschland fühlen sich mindestens manchmal einsam. Vor der Pandemie waren es 14 Prozent. Einsamkeit macht krank, sie schwächt das Vertrauen in Demokratie und macht Menschen anfälliger für Extremismus. Und sie trifft alle, durch alle Altersgruppen und Lebensverhältnisse hinweg.

„Einsamkeit ist kein persönliches Versagen. Wer diese Gesellschaft zusammenhalten will, muss auch auf die schauen, die gerade niemanden haben. Das gilt vor allem in Zeiten, in denen immer mehr Vereinzelung stattfindet und man sich längst nicht mehr auf bestehende Familienstrukturen verlassen kann. Das gilt für viele. Dass können junge Mütter sein, denen vielleicht die Eltern als Unterstützung fehlen, weil diese weit weg leben. Es gilt aber auch für ältere Menschen, die alleine oder in einer Einrichtung leben. Leider trifft es auch immer mehr junge Menschen. Um diese müssen wir uns ganz besonders kümmern“, so Stolz.

Hessen arbeitet bereits an einem Aktionsplan gegen Einsamkeit, der im Regierungsprogramm festgeschrieben ist. Bestehende Strukturen wie Familienzentren, Mehrgenerationenhäuser und Angebote vor Ort sollen weiter gestärkt werden.

Quelle: Hessisches Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege

Veröffentlicht am: 22. Mai 2026