Sharing Economy Leihen statt kaufen – gemeinsam nutzen statt besitzen

Was tun, wenn man kurzfristig einen Akkubohrer braucht, ein Instrument ausprobieren möchte oder vor dem Kauf eine VR-Brille testen will? Immer mehr Menschen setzen auf eine einfache Lösung: leihen statt kaufen. In ganz Hessen entstehen dafür sogenannte „Bibliotheken der Dinge“ und Leihläden – nachhaltig, günstig und oft überraschend vielseitig.

 Schriftzug: LEIHEN STATT KAUFEN

Frankfurt: Bibliothek der Dinge boomt
Die Stadtbücherei Frankfurt am Main bietet unter dem Motto „Bibliothek der Dinge“ weit mehr als Bücher. Im Bibliothekszentrum Sachsenhausen und in der Musikbibliothek können Nutzerinnen und Nutzer Küchengeräte, Werkzeuge, Technik oder sogar Musikinstrumente ausleihen. Voraussetzung ist lediglich ein Bibliotheksausweis und ein Mindestalter von 18 Jahren. Die Leihfrist beträgt in der Regel bis zu vier Wochen.

Kassel: Teilen im Verein organisiert
Im Verein "Allerleih e. V." können Mitglieder aus über 250 Gegenständen wählen – von Werkzeugen über Campingausrüstung bis hin zu Technik. Die Ausleihe erfolgt über die Stadtbibliothek sowie über die Baustoff- und Materialbörse Kassel. Ziel ist es, Ressourcen zu schonen und Dinge gemeinschaftlich zu nutzen.

Fulda: Bibliothek der Dinge auch an der Hochschule
Auch die Hochschul-, Landes- und Stadtbibliothek Fulda bietet eine „Bibliothek der Dinge“. Hier können unter anderem Werkzeuge, Messgeräte, Technik oder kreative Materialien ausgeliehen werden – besonders praktisch für Studierende, aber auch ein Beispiel dafür, wie breit sich das Konzept inzwischen etabliert hat.

Weitere Angebote in Hessen
Das Konzept hat sich inzwischen in vielen Städten etabliert:

Auch in Offenbach gibt es eine „Bibliothek der Dinge“ in der Stadtbibliothek. Hier können verschiedenste Alltagsgegenstände – etwa Werkzeuge, Freizeit- oder Haushaltsartikel – unkompliziert ausgeliehen werden.

In Hanau-Großauheim stellt die Bibliothek ebenfalls Dinge zur Verfügung, darunter Technik, Werkzeuge oder sogar Spielekonsolen, die sich ideal vor einer Anschaffung testen lassen.

Darüber hinaus existieren zahlreiche weitere Initiativen, etwa der Leihladen „Heinerleih“ in Darmstadt mit einem breiten Sortiment von Werkzeug bis Campingausrüstung, oder Leihläden und Tauschprojekte in Städten wie Maintal.

Viele dieser Angebote sind ehrenamtlich organisiert und entwickeln sich kontinuierlich weiter.

Warum Leihen immer beliebter wird
Das Prinzip ist einfach: Dinge, die selten gebraucht werden, muss nicht jeder einzeln besitzen. Stattdessen werden sie geteilt. Das spart Geld, Platz und Ressourcen. Gleichzeitig entstehen Orte der Begegnung, an denen Nachhaltigkeit ganz praktisch gelebt wird.

Gerade in Zeiten steigender Preise und von wachsendem Umweltbewusstsein gewinnt dieses Modell weiter an Bedeutung. Die „Bibliothek der Dinge“ ist damit längst kein Trend mehr, sondern ein fester Bestandteil moderner Stadtgesellschaften.

Eine Übersicht zu weiteren Bibliotheken der Dinge (auch bundesweit) gibt es hier.

Quelle: VerbraucherFenster Hessen