Sonne satt, 30 Grad und mehr – Sommerhitze wird schnell unterschätzt. Besonders Babys, Kleinkinder und ältere Menschen reagieren empfindlich auf hohe Temperaturen. Warum das so ist und mit welchen Tipps Sie sicher durch die heißen Tage kommen, lesen Sie hier.
Vermutlich haben Sie es selbst schon gespürt: Die Anzahl heißer Tage in Deutschland nimmt stetig zu – Grund dafür ist der Klimawandel. Während es 1951 im Durchschnitt nur drei Tage im Jahr mit mindestens 30 Grad Celsius gab, sind es heute etwa dreimal so viele. Was zunächst vielleicht nach mehr tollem Sommerwetter klingt, kann für den menschlichen Organismus zu einer erheblichen Belastung werden. Denn Hitze kann schwerwiegende gesundheitliche Beschwerden wie Herz-Kreislauf-Probleme hervorrufen und im Extremfall sogar zu einem tödlichen Hitzschlag führen.
Wer ist bei Hitze besonders gefährdet?
Sehr hohe Temperaturen können grundsätzlich für jeden Menschen ernsthafte Folgen haben, es gibt jedoch einige Risikogruppen, für die der Schutz vor Hitze besonders wichtig ist.
Dazu zählen zum Beispiel Babys und Kleinkinder. Sie sind äußerst hitzeempfindlich, da sie unter anderem weniger stark schwitzen und somit die Wärmeabgabe durch Verdunstung von Schweiß bei ihnen nicht so gut funktioniert. Zudem ist ihre Haut wesentlich empfindlicher gegenüber UV-Strahlung als die von Erwachsenen.
Auch für Menschen ab 65 Jahren ist in Hitzeperioden besondere Vorsicht geboten. Sie nehmen Hitze oftmals nicht mehr so stark wahr und ihr Körper kann die Temperatur nicht so gut regulieren. Der Organismus kann sich häufig nur noch langsamer oder nicht ausreichend an hohe Temperaturen anpassen.
Neben den genannten Gruppen zählen unter anderem auch Schwangere und kranke Menschen zu den Risikogruppen. Übrigens auch Personen, die der Hitze zwangsläufig viel ausgesetzt sind, weil sie zum Beispiel körperlich schwer im Freien arbeiten oder obdachlos sind.
So wappnen Sie sich von innen gegen die Hitze
- Trinken Sie viel!
Als Faustregel gilt: Bei Hitze (tagsüber) sollten Sie alle ein bis zwei Stunden ein Glas Wasser (0,2 Liter) trinken, auch wenn Sie noch nicht durstig sind. Empfohlene Getränke bei Hitze sind Mineralwasser, verdünnte Säfte und Kräuter- oder Früchtetees – aber genießen Sie diese nicht eiskalt, denn das belastet den Körper zusätzlich. Besser sind nur leicht gekühlte oder lauwarme Getränke. Stark gezuckerte, koffeinhaltige und alkoholische Getränke sollten Sie meiden.
- Essen Sie Leichtes, Frisches und Kühles
Gemüse, Salate und wasserreiches Obst sind ideale Lebensmittel bei Hitze. Zudem sind mehrere kleine Mahlzeiten wenigen großen vorzuziehen. Gehaltvolle, fleischlastige Gerichte sind an heißen Tagen nicht die beste Wahl, da für ihre Verdauung mehr Energie benötigt wird und das verstärkt Wärme im Körper freisetzt.
Das können Sie außerdem tun, um sich und Ihre Mitmenschen vor Hitze zu schützen:
- Vermeiden Sie körperliche Aktivität besonders während der heißesten Tageszeit (etwa 11 bis 18 Uhr) und bei hohen Ozonbelastungen und verlegen Sie diese in die kühleren Morgen- und Abendstunden.
- Tragen Sie weite, leichte und atmungsaktive Kleidung – so kann frische Luft am Körper zirkulieren. Zudem ist helle Kleidung dunkler Kleidung vorzuziehen, da erstere das Sonnenlicht reflektiert und sich der Körper so weniger aufheizt.
- Wenn Sie nach draußen gehen, sollten Sie insbesondere Ihren Kopf und Ihr Gesicht mit Sonnencreme, Sonnenbrille und einer Kopfbedeckung schützen, denn das Gehirn ist durch Überhitzung besonders gefährdet. Auch andere Körperteile, die Sie der Sonne aussetzen, sind mit Sonnencreme vor UV-Strahlung zu schützen.
- Lüften Sie vor allem frühmorgens und nachts Ihre Wohnräume.
- Halten Sie Jalousien und Vorhänge auf der „Sonnenseite“ Ihrer Wohnung tagsüber möglichst geschlossen. Beschattungs-Maßnahmen von außerhalb der Wohnung (wie z. B. Rollläden) sind grundsätzlich wirksamer als solche von innen (z. B. Vorhänge).
- Schalten Sie elektrische Geräte wie zum Beispiel Fernseher, Computer oder Lampen innerhalb der Wohnung vollständig aus, wenn Sie diese gerade oder für eine längere Zeit nicht benötigen. Im Dauerbetrieb erzeugen sie Wärme, die Wohnräume zusätzlich aufheizt.
- Sorgen Sie möglichst dafür, dass um Sie herum eine leichte Luftbewegung herrscht, zum Beispiel mithilfe eines Fächers oder Ventilators. Achtung: Bei sehr hohen Temperaturen über 35 Grad Celsius kann ein Ventilator die Wärmebelastung unter Umständen allerdings sogar erhöhen.
- Gönnen Sie sich zum Beispiel ein kühlendes Fußbad, um Ihren Körper herunterzukühlen.
- Halten Sie sich bei Hitze möglichst wenig in parkenden Autos auf, die direkt in der Sonne stehen. Achten Sie auch darauf, dass andere Personen dies nicht tun.
- Bleiben Sie mit Familienmitgliedern, Freunden und Nachbarn in Kontakt, die viel Zeit allein verbringen. So bekommen Sie eher mit, wenn diese Hilfe benötigen und können eventuell unterstützen.
Quelle: VerbraucherFenster Hessen

