Die besten 7 Kinder- und Jugendbücher

 Kinder lesen ein Buch

Seit Oktober 1994 werden im Deutschlandfunk samstags von 16.05 bis 16.30 Uhr Bücher für junge Leserinnen und Leser vorgestellt und jeweils am ersten Samstag im Monat „Die besten 7“ - ermittelt von 29 Jurorinnen und Juroren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im Auftrag der Literatur-Redaktion des Deutschlandfunks. Alle Sendungen stehen zum Nachhören als Podcasts auf der Website der Sendung „Bücher für junge Leser“ zur Verfügung: www.deutschlandfunk.de/buecher-fuer-junge-leser-podcast-100.html

Am 07.01.2026 stellte Dina Netz die Deutschlandfunk-Bestenliste des Monats Februar 2026 vor. Zu Gast als Gesprächspartner war diesmal Robert Elstner, Jurymitglied der Deutschlandfunk-Jury und Verantwortlicher für die Kinder- und Jugendprojektarbeit in den Städtischen Bibliotheken Leipzig.

Herr Ernst kauft eine Katze
Von Roksana Jędrzejewska-Wróbel und Adam Pękalski (Illustration)
Aus dem Polnischen von Dorota Stroińska
Kraus Verlag, 36 Seiten, 18 Euro , ab 4 Jahren

Herr Ernst definiert sich durch Zahlen, Grafiken, Tabellen und tut überhaupt nur Nützliches und Notwendiges. Allerdings macht ihn das auch etwas nervös. Da eine Katze günstiger kommt als Beruhigungstabletten, legt er sich eine zu. Mit der Katze zieht auch das Konzept „Streicheln“ in Herrn Ernsts Leben ein – und ein erstes Lächeln. Ein nur halb unernstes, charmantes Bilderbuch über das Loslassen und die Lebensfreude.
+++ auch ein persönlicher Tipp von Lesen in Deutschland +++

Problemwölfe
Von Agi Ofner
Tyrolia Verlag, 192 Seiten, 18 Euro, ab 14 Jahren

Ein Wolf und ein Hotel-Neubau spalten ein Dorf in den Bergen. Die österreichische Autorin Agi Ofner erzählt in ihrem Jugendroman multiperspektivisch aus der Sicht von fünf sehr verschiedenen Jugendlichen, die in diese Auseinandersetzung hineingezogen werden. Sie erleben, wohin Konfrontation führen kann, und erfahren, wie herausfordernd das Aushandeln von Kompromissen ist. Ein packender, authentisch erzählter Jugendroman über die Grundlagen des Sozialen.

Trümmerkinder – Wie wir die Nachkriegszeit erlebten
Von Frank Schwieger und Friederike Ablang (Illustration)
dtv, 224 Seiten, 18 Euro , ab 10 Jahren

„Trümmerfrauen“ waren jene Frauen, die ab 1945 maßgeblich für die Beseitigung der Kriegstrümmer sorgten. Frank Schwieger wählt daran angelehnt den Begriff „Trümmerkinder“ für jene Kinder und Jugendliche, die in den zehn Nachkriegsjahren mit den Kriegsfolgen leben mussten. In sieben bewegenden Geschichten lässt er junge Menschen von Flucht, Hunger, abwesenden Vätern, der Berliner Luftbrücke oder dem Volksaufstand in der DDR 1953 erzählen.

Das Mädchen mit den Schwefelhölzchen
Von Hans Christian Andersen und Polona Lovšin (Illustration)
Aus dem Englischen von Sylvia Tress
Esslinger Verlag, 48 Seiten, 18 Euro , ab 5 Jahren

Ein Mädchen, das, nur mit einem dünnen Kleidchen bekleidet, durch eine moderne Großstadt irrt, weil es sich nicht nach Hause traut. Die Illustratorin Polona Lovšin erzählt mit viel Wärme und Poesie von einem heutigen Kind, das nichts hat und dem niemand hilft. Lovšins starke bildliche Umsetzung macht deutlich, wie aktuell Andersens Märchen-Klassiker ist angesichts von Wohnungsnot, Migration und Flucht.

Kennen wir uns? Unsere geheimen Gemeinsamkeiten
Von Franziska Ludwig
Verlag Klett Kinderbuch, 64 Seiten, 18 Euro , ab 4 Jahren

„Alle, die etwas Rotes tragen“ trägt Franziska Ludwig in ihrem wimmeligen Bilderbuch auf einer Seite zusammen – ein Eichhörnchen mit Erdbeere und ein Vampir mit einem Glas Blut sind auch darunter. Auf der Doppelseite mit „Allen, die auf etwas warten“ wird das Buch schon nachdenklicher. Mit Witz und Hintersinn sensibilisiert das Bilderbuch für Unterschiede und Gemeinsamkeiten und dafür, genau hinzusehen.

Emma und Amir. Im Schatten des Terrors
Von Bianca Schaalburg
Verlagshaus Jacoby & Stuart, 160 Seiten, 26 Euro , ab 16 Jahren

Amirs bester Freund Yusuf, ein Investigativjournalist, soll einen islamistischen Anschlag verübt haben. Der Deutsch-Iraker Amir gerät selbst ins Visier der Polizei und setzt alles daran, Yusufs und seine eigene Unschuld zu beweisen. Die rätselhafte Emma unterstützt ihn. Bianca Schaalburg erzählt in dieser Graphic Novel von einer beunruhigend real wirkenden rechtsradikalen Verschwörung – in gestochen scharfen Dialogen und Bildern.

Die Grille in der Geige
Von Anna Haifisch
Rotopol Verlag, 32 Seiten, 16 Euro , ab 4 Jahren

Eine Grille mit roten Stiefeln zieht in eine Geige ein – was man halt im Wald so findet. Alle Tiere des Waldes erfreuen sich an ihrem Geigenspiel, doch im kalten Winter verfeuern sie das Haus der Grille. Mit dem Ende der Musik verschwindet auch die Freude aus den Leben der Tiere. In knalligen Farben und mit charmanten Insekten-Zeichnungen erzählt Anna Haifisch davon, was das Leben lebenswert macht.

Die Jury
Dr. Claudia Blei-Hoch (Dresden)
Kathrin Buchmann (Berlin)
Dr. Roswitha Budeus-Budde (München)
Ines Dettmann (Köln)
Prof. Dr. Ute Dettmar (Frankfurt/M.)
Jan Drees (Köln)
Elisabeth Eggenberger (Zürich)
Robert Elstner (Leipzig)
Karin Hahn (Berlin)
Dr. Stefan Hauck (Frankfurt/M.)
Benno Hennig von Lange (Frankfurt/M.)
Dr. Stephanie Jentgens (Wuppertal)
Dr. Andre Kagelmann (Köln)
Franz Lettner (Wien)
Dr. Heidi Lexe (Wien)
Thomas Linden (Köln)
Dr. Maria Linsmann (Köln)
Ursula Nowak (Düsseldorf)
Dr. Christiane Raabe (München)
Prof. Dr. Caroline Roeder (Berlin)
Dr. Michael Schmitt (Wiesbaden)
Dr. Sylvia Schwab (Usingen)
Ralf Schweikart (Hofheim)
Siggi Seuß (Bad Neustadt/Saale)
Dr. Tilman Spreckelsen (Frankfurt/M.)
Dr. Anna Stemmann (Leipzig)
Prof. Dr. Karin Vach (Heidelberg)
Susanna Wengeler (Düsseldorf)
Prof. Dr. Marlene Zöhrer (Graz)

Redaktion:
Dina Netz
Deutschlandfunk, Buchredaktion
Raderberggürtel 40
50968 Köln
Tel.: (0221) 345-0
E-Mail: hoererservice@deutschlandradio.de

Quelle: LESEN in Deutschland