„Noch zehn Minuten!" – „Nein, hab ich gesagt!" – „Das ist voll unfair!" – Hand aufs Herz, diese Endlos-Diskussion um Handy, Gaming oder Streamingdienst nervt alle Beteiligten. Ein Mediennutzungsvertrag ist keine Wunderwaffe, aber er kann helfen.
Wenn vorher klar ist, was gilt, muss man nicht jedes Mal neu verhandeln. Das Prinzip kennen wir aus anderen Bereichen – in guten Zeiten absprechen, wie man mit schwierigen Situationen umgeht.
Das Wichtigste: Gemeinsam hinsetzen und miteinander reden. Nicht die Eltern schreiben was auf und die Kinder müssen unterschreiben. Stattdessen Fragen stellen: Was ist euch wichtig? Wann braucht ihr euer Handy wirklich? Was wird da eigentlich geguckt?
Wenn Kinder mitentscheiden, halten sie sich auch eher dran. Logisch eigentlich: Was man selbst unterschrieben hat, fühlt sich anders an als Vorschriften von oben. Gilt übrigens auch für Eltern – sonst wird's unglaubwürdig!
Und das sollte am besten rein:
Bildschirmzeit: Nicht mit Minutenangaben pro Tag, sondern lieber Stundenpakete für die Woche und die Kinder können ihre Bildschirmzeit selbst einteilen. Manchmal will man länger zocken, dafür ist am nächsten Tag früher Schluss. Gibt weniger Stress. Und wenn Eltern ebenfalls ihre private Bildschirmzeit tracken, bleibt es fair.
Handyfreie Zeiten: Beim Essen, eine Stunde vorm Schlafengehen, bei den Hausaufgaben – was für die Familie eben Sinn ergibt. Wo landen die Geräte nachts? Spoiler: Am besten auf der Ladestation im Flur.
Inhalte und Privatsphäre: Was darf gepostet werden, was nicht? Wer darf Fotos von einem hochladen? Welche Apps sind okay? Es muss nicht jedes Detail geregelt sein, aber die Richtung sollte klar sein.
Ein Mediennutzungsvertrag muss mitwachsen und von Zeit zu Zeit überarbeitet und angepasst werden. Was in der vierten Klasse gilt, ist in der Siebten längst überholt. Erziehung ist ein fortlaufender Prozess. Absprachen und ein entsprechender Mediennutzungsvertrag begleiten Kinder auf dem Weg ins Erwachsenwerden. Und der Vertrag muss leben, sonst landet er in der Schublade und interessiert niemanden mehr. Zudem ist es eine gute Gelegenheit, um regelmäßig miteinander über Medien ins Gespräch zu kommen und sich zu überlegen, was sinnvoll ist und was nicht. Das ist wichtig! Am wichtigsten aber ist, dass sich Eltern wie Kinder an die Vereinbarungen halten und dass neben der Bildschirmzeit auch die Inhalte im Blick behalten werden.
Mehr unter www.mediennutzungsvertrag.de
Ilona Einwohlt für MuK Hessen e.V.
Quelle: MuK Institut für Medienpädagogik und Kommunikation Hessen e. V.

